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Das Ende der Apartheid 1990 bis heute

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20. April 1990  De Klerk kündigt die Abschaffung aller Apartheidsgesetze innerhalb von zwei Jahren an und hebt den seit vier Jahren andauernden Ausnahmezustand auf.


1991  Die letzten Apartheid-Gesetze fallen. EU-Ministerrat hebt alle Sanktionen gegen Südafrika auf. Nelson Mandela wird zum Präsidenten des ANC gewählt, Walter Sisulu zum Vizepräsidenten, Cyril Ramaphosa wird Generalsekretär. Schwere Zusammenstöße zwischen ANC und Mitgliedern der Zulu-Organisation Inkatha. 24 südafrikanische Parteien und Organisationen unterzeichnen ein Friedensabkommen und gründen den CODESA („Konvent für ein demokratisches Südafrika“), der den Aufbau einer Mehrparteiendemokratie unterstützen soll.


1992  In einem Referendum entscheiden sich zwei Drittel (68,7%) aller weißen Wähler für die Fortsetzung der Reformpolitik de Klerks. Massaker von Boipatong, bei dem 39 Menschen bei Auseinandersetzungen zwischen ANC und Inkatha ums Leben kommen.


1993  Mandela und de Klerk erhalten den Friedensnobelpreis. Chris Hani, Führer des radikalen Flügels des ANC, kommt bei einem Attentat eines rechtsradikalen Weißen ums Leben. Mandela fordert die Weißen auf, das Land nicht zu verlassen.


1994  Vom 26.–29. April 1994 finden die ersten freien Parlamentswahlen statt. Stärkste Partei ist der ANC mit 62,7% und 252 Sitzen. Die Nationale Partei de Klerks erhält 20,4% und 82 Sitze, die Inkatha Freedom Party 10,5% und 43 Sitze. Am 27. April wird die neue Flagge gehisst. 342 Jahre weißer Vorherrschaft gehen zu Ende. Am 10. Mai wird Nelson Mandela als Staatspräsident der Republik Südafrika vereidigt. Vizepräsidenten werden Frederik de Klerk und Thabo Mbeki. Südafrika wird in neun statt bisher vier Provinzen aufgeteilt, die zehn Homelands gibt es nicht mehr.


1996  Der Aussöhnungsprozess zwischen Schwarz und Weiß schreitet voran. Mit großer Mehrheit wird am 8. Mai die neue südafrikanische Verfassung verabschiedet. Die Inkatha Freedom Party boykottiert die Wahlen. Es kommt wiederholt zu blutigen Auseinandersetzungen der notorisch erhitzten Gemüter in KwaZulu-Natal.

 
1997  Mandela tritt als ANC-Präsident zurück, Thabo Mbeki ist sein Nachfolger. Die National Partei geht in die Opposition, Frederik de Klerk gibt seinen Vizepräsidentenposten ab und zieht sich aus der Politik zurück.


1999  Der ANC gewinnt die zweiten demokratischen Wahlen mit noch größerer Mehrheit als 1994. Thabo Mbeki neuer Regierungschef.


2004  Südafrika feiert zehn Jahre Demokratie. Bei den dritten demokratischen Wahlen im April erzielt der ANC eine Zweidrittel-Mehrheit, erringt diesmal auch in KwaZulu-Natal und in der Western Cape Province Mehrheiten. Er regiert nun alle neun Provinzen. Präsident Thabo Mbeki tritt seine zweite Amtszeit an. Große Begeisterung im Mai, als die FIFA Südafrika zum Austragungsland der Fußball-WM 2010 wählt.


2006  Die deutschstämmige und politisch kampfeslustige Helen Zille – einer ihrer Vorfahren ist der unvergessene Berliner Maler Heinrich Zille – wird Bürgermeisterin von Kapstadt und 2007 Vorsitzende der Democratic Alliance, Südafrikas größter Oppositionspartei.


2007  Oktober: Bundeskanzlerin Merkel besucht Südafrika. 25. November: In Durban werden die Qualifikationsgruppen für die Fußball-WM 2010 ausgelost. Bei der weltweit übertragenen Zeremonie wird auch der WM-Slogan vorgestellt: „Ke nako. Celebrate Africa’s humanity – Es ist an der Zeit, Afrikas Menschlichkeit zu feiern“.
Am 18. Dezember wählt der regierende Afrikanische Nationalkongresses (ANC) den umstrittenen Zulu-Politiker Jacob Zuma zum neuen Vorsitzenden. Der 65jährige, in zahlreiche Affären verwickelt und dem linken Spektrum zugeordnet, entthront in einer Kampfabstimmung den seitherigen Amtsinhaber und südafrikanischen Präsidenten Thabo Mbeki. Die Wahl des neuen ANC-Chefs, der sich deutlich zu seiner Zulu-Tradition bekennt, gilt als wichtige Vorentscheidung für die Präsidentschaftswahl 2009.


2008  Südafrikas Volkswirtschaft, die größte Afrikas, beginnt sich nach vielen Boomjahren abzuschwächen, nicht zuletzt durch die Energiekrise mit ständigen Stromausfällen, worunter besonders die Minenunternehmen aber auch alle anderen Wirtschaftszweige und vor allem der private Sektor zu leiden haben. Die hohe Inflation von 6–7 Prozent, eine Arbeitslosigkeit von 25 Prozent und das Leistungsbilanzdefizit schwächen den bis dato starken Rand kontinuierlich.
September: Schwerste politische Krise der Republik Südafrika seit dem Ende der Apartheid: am 21.09. kündigt Staatschef Mbeki seinen Rücktritt an, er folgt damit der Aufforderung des ANC, sein Amt niederzulegen. Der neue überraschende Mann ist der stellvertretende ANC-Vorsitzende, Kgalema Mothlanthe. Er wird vom Parlament als neuer Präsident gewählt und soll im April 2009 dem Zulu Jacob Zuma Platz machen.
Dezember: Als Folge der Machtkämpfe zwischen Anhängern des früheren Präsidenten Mbeki und der neuen Parteiführung unter Zuma werden ANC-Mitglieder ausgeschlossen. Die Dissidenten gründen unter Führung des ehemaligen Verteidigungsministers Moshua Lekota am 16.12. die neue Partei COPE, „Congress of the People“.

 

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