Musik Südafrikas
Ein ähnliches Genre ist Isicathamiya, der vielstimmig nur von Männern dargeboten wird, und zwar ohne Instrumentalbegleitung, also „a capella“. Isicathamiya bedeutet auf isiZulu „auf Zehenspitzen gehen/stehen“ oder „anschleichen“, der polyphonen Chorgesang spiegelt wie keine andere Klangwelt die Seele der Zulu wider. Berühmtester Interpret ist die Gruppe Ladysmith Black Mambazo, Ende der 1960er von Joseph Shabalala gegründet.
Er kombinierte traditionelles Zulu-Liedgut mit christlichen bzw. Gospel-Chören und kreierte so diese unglaublich harmonische Vokalkunst. Joseph Shabalala: „Im Zulu-Gesang gibt es drei Hauptklänge: ein hohes Wehklagen, ein brummender, schnaufender Klang, der beim Fußstampfen erzeugt wird, und eine bestimmte Art der Melodieführung“. Ladysmith Black Mambazo wurde später durch ihre Mitwirkung auf Paul Simons Album „Graceland“, besonders durch den Song Homeless, weltberühmt. Der seltsame Gruppenname wird so erklärt: Ladysmith ist die Heimatstadt (es liegt an der N11 im Nordwesten KwaZulu-Natals) von Joseph Shabalala, „schwarz“ bezieht sich auf einen starken schwarzen Ochsen, und eine mambazo ist eine Zulu-Axt. Die Gruppe nahm bislang über 40 Alben auf. Alles über diese schwarzen Stimmenwunder auf www.mambazo.com.
Zur afrikanischen Tradition gehört auch, bei der Arbeit zu singen, im Gleichtakt Schweres zu verrichten, sei es auf den Feldern oder bei sonstiger gemeinschaftlicher Arbeit. Eine der schönsten Melodien dieses Genre und eine Mixtur aus Zulu und Ndebele ist das bekannte Tshotsholoza, Melodie und Rhythmus erinnern an das Geräusch eines fahrenden Zuges. Mit einem Vorsänger und einem Chor hört man es a capella bei Festen, Zusammenkünften, Hochzeiten oder anderen vielerlei Anlässen:
Tshotsholoza (2x)
I-ye-he
Kulezo ntaba – Over those mountains
Stimela siphum’ eMzantsi-Afrika – The train is coming out of South Africa
Wen’ uyabaleka (2x) – You are running
Kulezo ntaba – Over those mountains
Stimela siphum’ eMzantsi-Afrika – The train is coming out of South Africa

Drei Südafrikaner "ohne" Kontrabass |
© South African Tourism |
Zu den bekanntesten überlieferten Tänzen gehört der Ndhlamu (indlamu) Stamping Dance, bei den Zulu und Swazi in früheren Zeiten vor allem als militärische Übung getanzt. Ein stampfender Rhythmus, der im Gleichschritt die volle Disziplin bei den Tänzern voraussetzt. Später wurde der Tanz in den Goldminen um Johannesburg populär und heute gehört er zu den festen Programmpunkten aller folkloristischer Veranstaltungen in Südafrika und natürlich besonders in KwaZulu-Natal. Aufgeführt in vollem Kriegsornat mit Fellen, Speer und Schild und begleitet von lauten Schlägen mächtiger Basstrommeln stampfen die Tänzer energiegeladen auf den vibrierenden Boden ein, werfen die Beine artistisch bis über den Kopf, pfeifen und klatschen in die Hände.
Der Isicathulo oder Gumboot Dance könnte glatt als „Zulu-Schuhplattler“ durchgehen. Er entstand unter den Dockarbeitern in Durban und wird mit Gummistiefeln getanzt, während man dazu laut in die Hände und auf die Stiefelschäfte klatscht. Dieser Tanz wurde besonders bei den Zulu-Minenarbeitern populär, da dort alle Gummistiefel tragen.
Der Ingoma ist gleichfalls ein traditioneller Tanz, vorgeführt von Jungen und Mädchen mit Gesangsbegleitung. Die jungen Mädchen tanzen gewöhnlich barbusig. Umbholoho sind Heiratslieder, dargeboten von den Hochzeitsgästen, die zwei Gruppen bilden und jeweils die Braut und den Bräutigam singend lobpreisen.
Akustische und optische Hochgenüsse sind auch die südafrikanischen Musicals und Dance Shows.
Eines der ersten weltweit erfolgreichen Tanzmusical und immer noch hörenswert ist z.B. Ipi Tombi von Bertha Egnos – Musik, Gesang, Rhythmen und Choreographien sind ein Fest für Ohren und alle Sinne. Sarafina komponierten Mbogeni Ngema und Hugh Masakela und erzählt die Geschichte des schwarzen Schulmädchens Sarafina aus Soweto, das im Jahr 1976 an den Schülerprotesten teilnahm, die sich gegen die Anordnung der Apartheid-Regierung richteten, allen Unterricht nur noch auf Afrikaans abzuhalten.
Ein neueres mitreißendes Song-and-Dance-Spektakel ist z.B. die Bühnenshow African Footprint mit aufwühlenden Songs und dynamisch-akrobatischen Tanztableaus, das von Aufbruch, Hoffnung und Neubeginn der Rainbow-Nation erzählt und auch auf Deutschlandtournee war. Ein weitere Neuproduktion ist Umoja – „The Spirit of Togetherness“. In der farbenfrohen Show feiern Tänzer, Musiker und Sänger die lange Tradition südafrikanischer Musik.
The Drakensberg Boys’ Choir
Dieser Kinder- und Jugendchor ist weit über KwaZulu-Natal hinaus berühmt. Er ist im Central Drakensberg zu Hause und verfügt über ein großes Repertoire an Musik und Liedern von klassisch über afrikanisch bis zu internationaler Folklore, Kirchenliedern, Jazz und Pop. Es werden traditionelle Weihnachts- und Osterkonzerte geboten sowie das alljährliche große Music in the Mountains Festival Ende Mai/Anfang April. Drakensberg Boys’ Choir School, Champagne Valley, Central Drakensberg. Anfahrt von Winterton auf der R600. Details und Programme auf www.dbchoir.info, Tel. 036-4681012. Tickets auch über Computicket, www.computicket.com.













