Einführung und Übersichtskarte
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Gerade Südafrika beherbergt etwa zehn Prozent aller Tier- und Pflanzenarten der Welt und steht hinter Brasilien und Indonesien auf Platz drei der Weltrangliste. Viele dieser Tiere und Pflanzen befinden sich in den Nationalparks und es ist sehr interessant, verschiedene von diesen Einrichtungen zu besuchen, da jeder Park einen anderen Schwerpunkt hat. Vor allem für Botaniker und Ornitologen ist dieses Land ein reines Paradies. Etliche von diesen Wildtieren und Pflanzen sind in anderen Gegenden bereits ausgestorben oder sie sind endemisch. Endemisch heißt, dass diese Spezies nur in dieser Gegend leben und nirgends sonst auf der Welt.
Man muss aber nicht so hoch greifen und erst Ornitologe oder Botaniker sein, um Spaß an den südafrikanischen Nationalparks zu haben. Für mich und meine Freunde, die mich oft auf diesen Reisen begleiten, gibt es nichts Schöneres als zum Beispiel der Besuch eines Wildparks, wobei der Krügerpark aufgrund seiner Größe und Vielfalt natürlich unübertroffen ist. Das Faszinierende dort ist das umgekehrte Verhältnis zum Gewohnten. Der Mensch sitzt im „Käfig“, nämlich in einem Auto und das Tier läuft frei herum.
Und können Sie sich vorstellen, was das für ein Gefühl ist, wenn Sie zum ersten Mal in Ihrem Leben einem oder mehreren Elefanten persönlich begegnen? Das kann schon mal zu Schweißausbrüchen führen, die mit dem Klima nichts zu tun haben. Im Allgemeinen überqueren diese Tiere vor Ihnen nur grußlos die Straße und verschwinden wieder. Manchmal muss man an einem Elefanten auf der Straße vorbei fahren und ist ihm so nahe, dass man dem Tier ohne Probleme mit der Hand auf den Popo klatschen könnte - auch ein nicht alltägliches Erlebnis.
Ein einziges Mal in den vielen Besuchsjahren haben mein Mann und ich eine etwas stressigere Situation im Krügerpark erlebt. Wir fuhren langsam auf einer Asphaltstraße durch den Park und suchten das Gebüsch nach Tieren ab. Plötzlich bewegten sich die Bäume rechts von uns. Als wir anhielten, teilte sich das Gebüsch und eine Elefantenherde mit Kühen, Kälbern und Bullen, insgesamt ca. 25 Tiere, überquerte 20 Meter vor uns die Straße. Dann waren alle Elefanten auf der gegenüberliegenden Straßenseite angekommen und wanderten weiter zu einem Fluss – bis auf einen großen Bullen, der blieb am linken Straßenrand stehen und beschäftigte sich intensiv mit einem dort stehenden Baum. Zupfte hier, zupfte dort und schien völlig mit seiner Mahlzeit beschäftigt. Wir waren das erste Auto und fuhren vorsichtig an und wollten an ihm vorbei, was dem Elefanten aber gar nicht gefiel. Er sprang sofort auf die Straße und schickte uns unmissverständlich zurück. Hinter uns waren noch zwei Autos, die auch langsam mitgefahren waren. Also fuhren nun alle drei Fahrzeuge rückwärts bis zur Ausgangsposition. Der Elefant war zufrieden und fraß weiter. Aber ewig wollten wir ja nicht da stehen bleiben und bis so ein einzelnes Tier einen mittleren Baum zerlegt und aufgefressen hat, das kann etwas dauern. Als der Elefant sich der rückwärtigen Seite des Baumes näherte fuhr mein Mann schnell an und überlistete ihn. Die Leute hinter uns dachten, sie könnten auch mit – aber Pustekuchen! Uns konnte der Bulle nicht mehr stoppen, wir waren zu schnell, aber die Autos hinter uns schickte er wieder zurück. Was aus den Leuten geworden ist, weiß ich nicht. Wahrscheinlich haben sie im Wagen erst mal Kaffee getrunken, wenn sie welchen dabei hatten.
Das sind so Erlebisse, die erzählt man noch seinen Enkeln, sofern man welche hat! Und für diese Erfahrungen lohnt sich auch das Reisen. Man kann sein Geld oder seine Gesundheit verlieren, die Erinnerungen bleiben.
Wer Tiere in der „freien Wildbahn“ sehen möchte und keine Zeit hat, den Krügerpark zu besuchen, für den gibt es im Süden auch noch Alternativen. Allen voran der Hluhluwe-IMfolozi-Park in KwaZulu Natal und der Addo Elephant Park im Eastern Cape, nicht weit von der Garden Route entfernt. Beides sind größere Parks und sie beherbergen auch die „Big Five“. Unter dem Begriff „Big Five“ werden die fünf Tiere zusammengefasst, die früher für die Großwildjäger die interessanteste Jagdbeute darstellten. Es ging dabei nicht um die Größe der Tiere, sondern darum, wie schwierig und gefährlich sie zu jagen waren. Diese sind: Löwe, Leopard, Elefant, Büffel, Nashorn. Daneben gibt es natürlich auch noch unzählige Tiere, die es zu entdecken gilt. Einen ausführlichen Einblick in die Nationalparks und ihre Tierwelt finden Sie in unserem großen Reise Know-How-Reiseführer „Südafrika“ von Christine Philipp oder wenn Sie nach KwaZulu-Natal reisen, „KwaZulu-Natal“ von Helmut Hermann.
Der Besucher sollte vielleicht auch mal davon absehen, nur die Löwen- und Elefantenköpfe zu zählen, die er entdeckt hat. Ein großer Reiz ist zum Beispiel der Besuch eines NICHT stark frequentierten Nationalparks, in dem man NICHT alle paar Meter über einen neuen Touristen stolpert, sondern wo man noch die Stille der Natur genießen kann. Wo man in Ruhe Vögel oder Bodentiere beobachten kann und nicht von Wasserloch zu Wasserloch hechten muss, weil sich vielleicht gerade am nächsten Tümpel DIE Tiere alle treffen, die man an diesem nicht sieht.
Einige Nationalparks haben neue, südafrikanische Namen bekommen und sind dem Leser vielleicht unter den alten Namen besser bekannt. Außerdem gibt es seit einigen Jahren das Bestreben, grenzübergreifende Nationalparks – so genannte „Peace Parks“ zu schaffen. Bis jetzt ist das beim Kgalagadi Transfrontier Park und dem Ai-Ais/Richtersveld Transfrontier Park gelungen. Auch für den Krügerpark und den Mapungubwe Nationalpark sind derartige Projekte geplant.
In KwaZulu-Natal sind einige Provincial Parks in Meeresnähe zu einem großen Park zusammengefasst worden, und zwar zum iSimangaliso Wetland Park. Er gehört zum UNESCO-Weltnaturerbe und ist sehr sehenswert. Taucher zieht es in den nördlichen Teil, die Sodwana Bay mit ihren Korallenriffen.
Auf unseren Informationsseiten der einzelnen Nationalparks finden Sie eine kurze Beschreibung des Parks sowie die geografische Lage und Kontaktdaten. Der Parkeintritt muss in der Regel pro Besuchstag und Person entrichtet werden.
Bettina Romanjuk - Südafrika Reisende und Autorin im Reise Know-How Verlag














