Musik Südafrikas

Ein südafrikanischer Drummer im Einklang mit der Natur
Musik ist der Herzschlag Afrikas, und kaum ein anderes Land hat ein so breit gefächertes Spektrum wie Südafrika, wobei die Lieder und Tänze der Zulu in der ganzen Welt bekannt wurden. Durban ist eine der Hochburg der landesweiten Musikszene mit diversen Festivals das ganze Jahr über. Es gibt in Südafrika zahllose Musikstile und Facetten, besonders im einheimischen Afro-Jazz, bei dem z.B. Kwaito besonders populär wurde, ein Mix von Township-Musik mit Hip-hop und Rap. Generell haben in der Zulu-Kultur Lieder, Gesänge und Tänze einen sehr hohen Stellenwert, denn sie erwecken Gefühle und können Situationen erklären, zu denen Worte nicht imstande sind. Maskanda (afrikaans: „Musikant“) sind z.B. Zulu-Lieder, die ursprünglich nur von Männern für das auserwählte Mädchen gesungen wurden, heute auch der Begriff der Verschmelzung von traditioneller Zulu-Musik mit populärer-westlicher. Gespielt wird Maskanda sowohl mit traditionellen Instrumenten als auch mit Igogogos, selbstgebastelten Arme-Leute-Gitarren aus Speiseölkanistern und Stahldraht. Klangbegleitet von Kwela-Flöten besangen Zulu-Arbeitsmigranten damit ihr trostoses Leben in Städten wie Johannesburg.
Gruppen wie Ladysmith Black Mambazo oder der „weiße Zulu“ Johnny Clegg, der seine Karriere zu Zeiten der Apartheid als Straßenmusikant begann und durch sein gemeinsames Auftreten mit Zulu-Musikern (Bands Juluka und später Savuka) ständig in Gefahr war angeklagt zu werden, haben die Musik KwaZulu-Natals und Südafrikas rund um die Welt getragen und sie in den internationalen Hitparaden populär gemacht. Die südafrikanische Standard-Bank ist ein Förderer des Jazz, Festivals und mehr auf www.joyofjazz.co.za. Alles über die Musik und die Musik-Szene und die Musiker Südafrikas: www.music.org.za.
Das wesentliche Musikinstrument aller afrikanischen Völker ist die Trommel. Trommelklänge rufen, beschwören, verbinden und beschützen die Menschen. Bei der traditionellen ingingu-Trommel der Zulu spannt man Tierhäute über Kalebassen. Dröhnende Pauken geben bei Tänzen den Rhythmus vor.
Eine spezielle Zulu-Gesangs- und Tanzform ist mbube („Löwe“), die Inhalte oft politischer und sozialkritischer Natur. Dazu zählt auch das berühmteste aller Zulu-Lieder, dass auch Sie ganz bestimmt schon einmal gehört – wenn nicht gar mitgesungen – haben: The lions sleeps tonight / Der Löwe schläft heut’ Nacht. Es ist – mit der Nationalhymne N’Kosi Sikeleli Africa – nicht nur die bekannteste Melodie Südafrikas, sondern gehört auch zu den zehn erfolgreichsten Hits aller Zeiten! Bis zu zwanzig Millionen US-Dollar soll es weltweit eingespielt haben. Doch sein Komponist, der Zulu Solomon Linda, der es 1939 aufgenommen hatte, starb bettelarm in Soweto bei Johannesburg. 1952 brachten „The Weavers“ mit dem US-Folksänger Pete Seeger und 1959 das Kingston-Trio ihre Bearbeitungen heraus („Wimoweh“). 1961 schnellte der „schlafende Löwe“ an die Spitze der US-Charts und trat danach seinen Siegeszug um die Welt an. Auch Südafrikas größte Frauenstimme, Miriam Makeba (1932–2008), deren Wurzeln im Township-Jazz der fünfziger und sechziger Jahre liegen (ihre bekanntesten Lieder: Pata Pata und The Click Song, letzteres eine Xhosa-Weise) nahm es auf.
Der neue Jimi Hendrix?
© South African Tourism
Danach begann ein langer juristischer Streit über die Urheberrechte. Solomon Lindas drei Töchter, die heute verarmt in Soweto leben, bekamen nur einmal ein paar tausend Dollar von Pete Seeger. Sie sollen jetzt aber an den Tantiemen beteiligt sein. Weiter













